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Arbeitszimmer absetzen bei Pensionären

In einem Urteil vom 11. November 2014 hat der VII: Senat des Bundesfinanzhofs über die Absetzbarkeit von Arbeitszimmern bei Pensionären beschlossen. Konkret wurde die Frage behandelt, wie Aufwendungen für ein Arbeitszimmer im häuslichen Keller absetzbar sind, wenn der Kläger nicht nur Einkünfte aus der daraus resultierenden Tätigkeit, sondern auch Versorgungsbezüge als Pensionär bezieht. Die Frage war, ob die Aufwendungen für das Arbeitszimmer in voller Höhe als Betriebsausgaben bei Einkünften aus selbstständiger Tätigkeit absetzbar sind und wie die auf das häusliche Arbeitszimmer anfallenden Gebäudekosten abrechenbar sind. Hierzu wurde auch über den Flächenschlüssel zum Errechnen der Gebäudekosten debattiert.

Selbstständige Tätigkeit nach Pensionierung: Arbeitszimmer absetzen

Im konkreten Fall ging es um einen Pensionär, der nach seiner Pensionierung eine neue selbstständige Tätigkeit als Gutachter aufgenommen hat. Zu seinen Einkünften zählten die Versorgungsbezüge, die Einkünfte aus seiner selbstständigen Tätigkeit und des Weiteren geringfügige Mieteinnahmen aus der Vermietung einer Eigentumswohnung und Einkünfte aus Kapitalvermögen.

Ein Arbeitszimmer im Keller nutzte er für seine selbstständige Tätigkeit als Gutachter. Dieses Arbeitszimmer befand sich im privaten Einfamilienhaus des Klägers. Das Arbeitszimmer war mit zwei Fenstern ausgestattet, die, um das Tageslicht besser nutzen zu können, ausgekoffert und mit Lichtschächten versehen waren. Das Arbeitszimmer war mit Büromöbeln ausgestattet und an das Heizungssystem des Hauses angeschlossen.

Nach einer Gegenüberstellung von der Fläche des Arbeitszimmers zur Wohnfläche des Erdgeschosses zuzüglich des Arbeitszimmers, machte der Pensionär 16,51 v.H. der gesamten Gebäudekosten als auf das Arbeitszimmer entfallende Betriebsausgaben geltend. Vom Finanzamt hingegen wurden die Aufwendungen nur in der Höhe von 1,20 Euro anerkannt. Die Begründung war, dass das Arbeitszimmer nach Beurteilung des Finanzamts nicht den Mittelpunkt der gesamten beruflichen und betrieblichen Tätigkeit des Pensionärs bilde.

Das Finanzgericht hingegen lies Aufwendungen von 2.242,89 Euro zu, da das Arbeitszimmer nach Meinung des Gerichts sehr wohl den Mittelpunkt der Tätigkeit des Pensionärs darstellte. Allerdings seien nach Urteil des Gerichts trotzdem nur 10,98 v.H. der gesamten Gebäudekosten abrechenbar, da die gesamte Kellerfläche, nicht nur das Arbeitszimmer, bei der Ermittlung des Anteils des Arbeitszimmers zu berücksichtigen ist.

Der Bundesfinanzhof folgte dem Urteil des Finanzgerichts was den Mittelpunkt der Tätigkeit des Klägers anging. Die Versorgungsbezüge des Klägers wurden nicht in die Gesamtbetrachtung der betrieblichen und beruflichen Tätigkeiten einbezogen.

Allerdings folgte der Bundesfinanzhof nicht dem Urteil des Gerichts bezüglich der Ermittlung der abziehbaren Aufwendungen für das Arbeitszimmer. Kellerräume (sind sie nicht wohnlich ausgebaut mit Fenstern o.ä.) werden nicht mit zur Wohnfläche gerechnet und deswegen bei der Ermittlung nicht berücksichtigt.

Quelle: http://www.steuerberaterkammer-muenchen.de/pressedetails/items/arbeitszimmer-eines-pensionaers-im-keller.html

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