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Fahrtkosten bei wechselnden Betriebsstätten von Selbstständigen

In einem Urteil vom 23. Oktober 2014 III R 19/13 hat der Bundesfinanzhof (BFH) entschieden, dass Fahrtkosten von Selbstständigen nicht nur mit der Entfernungspauschale abzugsfähig sind, sondern mit den tatsächlichen Kosten zu verrechnen sind. Dies ist vor allem für die Fahrten zu ständig wechselnden Berufsstätten von Wichtigkeit.

Freiberufliche Musiklehrerin klagt erfolgreich

Im konkreten Fall handelte es sich um die Klage einer freiberuflich tätigen Musiklehrerin, die an mehreren Schulen und Kindergärten Musikunterricht für Schüler erteilte. Die gefahrenen Kilometer, die sie mit ihrem privaten Kraftfahrzeug zurücklegte, machte sie als Betriebskosten geltend und rechnete für jeden gefahrenen Kilometer pauschal 0,30 Euro ab. Vom Finanzamt dagegen wurden die Fahrtkosten nur mit 30 Cent pro Entfernungskilometer anerkannt. Die Musiklehrerin klagte daraufhin.

Urteil des Bundesfinanzhofs

Der III. Senat des Bundesfinanzhofs gab der Klage statt. Damit bestätigte er die bisherige Rechtsprechung zum Begriff der „Betriebsstätte“ (siehe das Urteil des Bundesfinanzhofs vom 22. Oktober 2014 X R 13/13).

Im Unterschied zum vorherigen Urteil des x. Senats vom 22. Oktober handelte es sich in diesem Streitfall nicht nur um eine Betriebsstätte, sondern um wechselnde Tätigkeiten an mehreren unterschiedlichen Betriebsstätten. Allen diesen Tätigkeiten kommt die gleiche Bedeutung zu, so dass keine Tätigkeit als zentral herausgestellt werden konnte. Deshalb sind all diese Beschäftigungen unter dem Gesichtspunkt der Gleichbehandlung von Werbungskosten- und Betriebsausgabenabzug zu behandeln. Das heißt, dass nach einem Urteil des VI. Senats bezüglich des Fahrtkostenabzug von Arbeitnehmern der Betriebsausgabenabzug nicht auf die Entfernungspauschale von 0,30 € für jeden Entfernungskilometer begrenzt werden kann. Die Begründung  dafür ist, dass der selbstständige Arbeitnehmer an ständig wechselnden Betriebsstätten, unabhängig seines Einzugsbereich, tätig ist. Hier sind deshalb grundsätzlich die tatsächlich aufgewandten Kosten für die Betriebsfahrten absetzbar.

Fahrtkosten zu ständig wechselnden Betriebsstätten sind grundsätzlich und unbeschränkt als Betriebsausgaben anrechen- und abziehbar, so der Beschluss des III. Senats. Dies gilt auch trotz der Änderungen des Reisekostenrechts zum 1. Januar 2014.

Quelle: http://www.steuerberaterkammer-muenchen.de/pressedetails/items/fahrten-zwischen-wohnung-und-staendig-wechselnden-betriebsstaetten-bei-selbstaendigen.html

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