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Aktuelle Urteile zum häuslichen Arbeitszimmer

Die meisten Deutschen müssen jedes Jahr gegenüber dem zuständigen Finanzamt eine Steuererklärung abgeben, um einen Nachweis über ihre Einnahmen sowie die Ausgaben zu erbringen. Dies gilt unabhängig davon, ob es sich um Arbeitnehmer oder Selbstständige, wie zum Beispiel Gewerbetreibende oder Freiberufler, handelt. Dabei bietet vor allem das heimische Arbeitszimmer immer wieder lebhafte Diskussionen mit den Staatsbeamten. Der Grund dafür besteht darin, dass das Bundesfinanzministerium mit einem Schreiben vom März 2011 geregelt hat, dass die Kosten, die für ein häusliches Arbeitszimmer anfallen, grundsätzlich weder als Werbungskosten noch als Betriebsausgaben geltend gemacht werden können. Entscheidend ist aber, dass auch von dieser Regelung Ausnahmen getroffen werden können.

Arbeitszimmer: Weitgehende Einigkeit in Definitionsfragen

Einigkeit besteht mittlerweile überwiegend bei der Definition des heimischen Bürozimmers. Zunächst muss es sich um einen Raum innerhalb der häuslichen Lebenssphäre handeln. Er muss allerdings auch zum überwiegenden Teil (etwa 90 %) eben für die anfallenden Arbeitsaufgaben genutzt werden. Dazu zählen insbesondere schriftliche, organisatorische oder verwaltungstechnische Arbeiten sowie künstlerische bzw. schriftstellerische Leistungen. Die häusliche Lebenssphäre wird auch dann gewahrt, wenn ein Kellerraum in einem Mehrfamilienhaus dafür genutzt wird. Voraussetzung ist aber, dass zwischen dem Raum und der Wohnung eine Einheit konstruiert werden kann.

Insoweit nunmehr das häusliche Arbeitszimmer praktisch zu wesentlichen Teilen für den Beruf und Betrieb genutzt wird, kann der Steuerpflichtige die Geltendmachung seiner Ausgaben in der Regel problemlos erklären. Diese werden dann in unbegrenzter Höhe als Betriebsausgaben bzw. Werbungskosten angerechnet. Dies gilt auch für ein Arbeitszimmer, das in einer externen Immobilie gemietet wird. In diesem Fall handelt es sich um ein so genanntes außerhäusliches Büro.

Detailfragen noch ungeklärt

Hat der Steuerpflichtige demgegenüber keinen Zugriff auf einen anderen Arbeitsplatz, kann er jährlich einen gedeckten Hüttenbetrag in Höhe von 1.250,00 € geltend machen. Diese Gruppe bilden insbesondere Außendienstmitarbeiter oder Lehrer. In der Vergangenheit hat vor allem die mehrfache Anerkennung eines Arbeitszimmers die Rechtsprechung beschäftigt. In einem vor dem Bundesfinanzhof geführten Verfahren, wurde das Büro nicht nur für eine steuerpflichtige Tätigkeit, sondern für verschiedene Arbeiten verwendet. Es handelte sich dabei um Tätigkeiten aus einem Gewerbebetrieb, aus selbständiger Arbeit sowie aus nichtselbstständiger Stellung. Der Steuerpflichtige wollte daher den dreifachen Höchstbetrag von 1.250,00 € einklagen. Das Bundesgericht in München folgte seiner Argumentation allerdings nicht. In dem Fall scheiterte der Anspruch nach Auffassung der Richter daran, dass sämtliche Ausgaben für das häusliche Büro nur dann angerechnet werden können, wenn es sich räumlich um den Tätigkeitsmittelpunkt handelt. Da der Kläger das Büro jedoch für drei verschiedene Arbeiten genutzt hat, bildete es demgemäß für keine den ausschließlichen Schwerpunkt.

Einen ähnlichen Weg schlug auch das Finanzgericht Rheinland-Pfalz ein. Hier hatte ein Steuerpflichtiger versucht, zwei Arbeitszimmer in unterschiedlichen Wohnungen für seine selbstständige und nichtselbstständige Tätigkeit anrechnen zu lassen. Das Gericht begründete die Klageabweisung vor allem damit, dass der steuerliche Höchstbetrag nicht nur objekt-, sondern auch personenbezogen sei. Diese Frage könnte allerdings in Zukunft noch einmal spannend werden, da das Finanzgericht die Revision zugelassen hat, so dass eine höchstrichterliche Entscheidung nicht unwahrscheinlich ist.

Quelle: http://www.steuerberaterkammer-muenchen.de/pressedetails/items/das-haeusliche-arbeitszimmer-und-der-fiskus-ein-streitanfaelliges-duo.html

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