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Welche Berufskleidung kann ich absetzen? Neues Urteil des Finanzgericht Hamburgs

Bei typischer Berufskleidung handelt es sich um Werbungskosten im Sinne des § 9 Abs. 1 Einkommensteuergesetz, da es sich dabei um finanzielle Aufwendungen handelt, die zum Erhalt der Einnahmen beitragen. Was als typische Berufskleidung absetzungsfähig ist und welche Arbeitsmittel in Form von Kleidung steuerlich nicht begünstigt werden, ist in der Praxis umstritten. Der Wortlaut der Vorschrift schafft keine abschließende Klarheit, da er nicht konkret, sondern abstrakt formuliert worden ist. Sie möchten wissen, ob Ihre Kleidung steuerlich absetzbar ist? In der Steuerkanzlei Linhart & Kuch sind wir gerne für Sie da. Nehmen Sie gerne mit uns Kontakt auf.

Was versteht das Finanzamt unter Berufskleidung?

Handelt es sich bei der Kleidung um solche Stücke, die typischerweise im Alltag keine Verwendung finden, wird sie in der Regel steuerlich anerkannt. Die Rechtsprechung hat beispielsweise Amtstrachten anerkannt, ebenso die Berufskleidung von Kellnern oder von katholischen Priestern. Besonders deutlich wird der Unterschied bei der Arbeitskleidung von Ärzten. Während der weiße Arztkittel steuerlich noch unbedenklich sein dürfte, ist die Rechtslage bei den weißen Socken sowie den T-Shirts nicht eindeutig, da diese auch im privaten Alltag durchaus getragen werden könnten. Vorteilhaft ist es daher, Berufskleidung in speziellen Fachgeschäften zu erwerben und die Rechnung als Kaufnachweis aufzubewahren. Auf diese Weise wird zumindest suggeriert, dass zwischen den getätigten Aufwendungen und der ausschließlichen Verwendung als Berufskleidung ein tatsächlicher innerer Zusammenhang besteht. Anrechnungsfähig ist die berufsspezifische Kleidung bis zu einem Betrag in Höhe von 487,90 €. Andernfalls wird eine anteilige Pauschale errechnet.

Business-Suit: Ausschließlich Berufskleidung oder auch alltagstauglich?

Das Finanzgericht Hamburg hat mit seinem Urteil vom 26. März 2014 (Az. 6 K 231/12) entschieden, dass Business-Kleidung keine ausschließliche Berufskleidung darstellt, da sie auch im privaten Umfeld genutzt werden kann. In dem Rechtsstreit hatte ein Rechtsanwalt gegen die Entscheidung der Finanzbehörde geklagt. Die Behörde erkannte die Kosten für den Erwerb hochwertiger Bekleidung steuerlich nicht an, die der Kläger bei seinem Eintritt in eine Rechtsanwaltskanzlei aufgebracht hatte. Der Kläger war der Ansicht, dass es sich dabei deswegen um Berufskleidung handle, weil das Tragen hochwertiger Kleidungsstücke in einer internationalen Kanzlei durchaus üblich und notwendig sei. Dieser Argumentation folgte das Gericht jedoch nicht. Es fehle eine eindeutige Differenzierung zwischen der beruflichen sowie der privaten Verwendung, da der Kläger die Business-Kleidung mühelos auch im Alltag nutzen könne.

Berufskleidung absetzen: So geht's

Wurde die Berufskleidung als Arbeitsmittel steuerlich anerkannt, können die Ausgaben für Erhaltung und Pflege der Garderobe ebenfalls steuermindernd geltend gemacht werden. Wichtig ist dabei, die von der Reinigungsfirma ausgestellten Kostenbelege aufzubewahren. Idealerweise geht aus der Rechnung eindeutig hervor, welches konkrete Kleidungsstück gereinigt worden ist. Doch nicht nur die Reinigungskosten können geltend gemacht werden, sondern vielmehr auch die heimischen Waschkosten. Dabei sollte jedoch beachtet werden, dass sich die Höhe der Anrechnung nach speziellen Tabellen errechnet, so dass die Kosten jedenfalls nicht vollumfänglich, sondern lediglich anteilsmäßig berücksichtigt werden.

Quelle: Steuerberaterkammer München

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